Kleiner Abriss der Wieselburger Stadtgeschichte

Wieselburg ist ein Lagename. Althochdeutsch “zwisila”, mittelhochdeutsch “zwisel”, bedeutet “Zusammenfluss”

Die prähistorischen Funde aus dem Neolithikum, der Bronze- und Eisenzeit sind historisch und kulturell besonders wertvoll. Römerzeitliche Streufunde auf dem Kirchenberg beweisen keinesfalls eine geschlossene Besiedlung in dieser Epoche. Im Mittelalter wurde auf dem beherrschenden Gelände dieses Kirchenberges ein befestigter Fluchtplatz (eine “Fluchtburg”) errichtet. An der Stelle einer älteren Anlage (um 900), die bereits als Zufluchtsort für die Bevölkerung vor den Ungarn gedient hatte, wurde unter Bischof Wolfgang von Regensburg nach 976/979 der bewährte Platz “zwischen der größeren und der kleineren Erlauf, dort, wo sie zusammenfließen, der Zuisila genannt wird”, zu einem “castellum” umgestaltet. Dabei wurde im Inneren ein kreuzförmiger Zentralbau mit quadratischem Kern und freskengeschmückter Kuppel errichtet (Ottonisches Oktogon).

Das Oktogon   Oktogon der Stadtpfarrkirche ("Steinerne Urkunde Österreichs"). 

 

Diese (Wehr)-Kirche St.Ulrich, das älteste Bauwerk der Babenbergerzeit, wurde 993/994 konsekriert und findet heute auch internationale Beachtung. Für die Altsiedlung “St.Ulrich am Berg” erscheint erstmals 1443 eine Nennung als Markt.

   

Siedlung am Kirchenberg 

Gesamtansicht der Siedlung am Kirchenberg 1857. Öl auf Blech, gemalt von Pollinger.

 
   

Im Jahre 1241 kam das Gebiet nördlich des “Zwiesels” im Tal im Tauschweg an das Bistum Passau. Dort entstand im 13. Jahrhundert am linken Erlaufufer die Siedlung Wieselburg um einen planmäßig geradlinig angelegten Straßenplatz. Das Schloss an seiner Ostseite wurde wohl ebenfalls noch im 13. Jahrhundert errichtet. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts zwar als Markt bezeichnet (1568), besaß Wieselburg dennoch keine Marktprivilegien. Der Markt selbst war auch noch umwehrt.

Marktplatz um 1910

   
  Marktplatz um 1910 
   

1838 übten folgende Herrschaften die Ortsobrigkeit über die heute zur Stadt gehörigen Orte, die damals zusammen 899 Einwohner zählten, aus: Wieselburg über Wieselburg (einschließlich “Sonnleiten” 256 Einwohner) und Au (123 Einwohner); Rottenhaus über Rottenhaus (239 Einwohner) und Mitterwasser (116 Einwohner); Wolfpassing über Schacha (10 Einwohner); der freie Edelsitz Perzlhof über Schloss Perzlhof und Zeil (141 Einwohner) sowie die Pfarrherrschaft Berg über Berg (44 Einwohner).

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